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BL-Global Flexible EUR - Stand 24. Januar 2011

Mittwoch 26 Januar 2011 | 0 Kommentare | Kategorie: Fondsmanagement

Nachdem der Fonds BL-Global Flexible EUR im September 2010 noch unter dem Anstieg des Euro gelitten hatte (vgl. meinen Artikel vom 4. Oktober 2010), verzeichnete der Nettoinventarwert (NIW) im Schlussquartal 2010 eine zufriedenstellende Entwicklung. Dank des Wertzuwachses von 3,8% im vierten Quartal gelang für das Gesamtjahr 2010 ein Plus von 12,60%.

Seit Anfang 2011 wirkt sich der neuerliche Anstieg des Euro wieder negativ auf die Fondsperformance aus: Die Währung der Eurozone hat gegenüber dem US-Dollar und den wichtigsten asiatischen Währungen rund 2% zugelegt, gegenüber dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen knapp 4%. Zur Erinnerung: Mehr als die Hälfte der Aktiva des Fonds lauten nicht auf Euro, der NIW wird hingegen in Euro berechnet.

Die Long/Short-Strategie auf Aktien belastete die Performance in den zurückliegenden Wochen zusätzlich. In Anbetracht des Niedrigzinsumfelds tendiert der Fonds dazu, einen großen Teil seiner Mittel in Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen zu investieren und dieses Aktienrisiko im Gegenzug durch den Verkauf von Futures auf Aktienindizes aus den USA, Großbritannien oder der Eurozone zu reduzieren. Zurzeit ziehen allerdings Branchen wie Banken und Versicherungen – in denen der Fonds nicht investiert ist – die Börsenindizes nach oben, während defensive Wirtschaftszweige, zu denen der BL-Global Flexible EUR neigt, eher vernachlässigt werden. Deshalb wirkt sich die Long/Short-Strategie aktuell eher negativ aus. Die nachfolgende Grafik illustriert diese Situation anhand der Performance der vier Branchen Banken, Versicherungen, Lebensmittel und Gesundheit des Stoxx Europe 600 seit Jahresbeginn.

  

Anfang Oktober 2010 erklärte ich mit Blick auf die Entwicklung des BL-Global Flexible EUR im September, dass der Euro-Anstieg sowie die Underperformance der Qualitätsaktien nicht anhalten und die Fundamentaldaten wieder die Oberhand gewinnen werden. Diese Aussage gilt meines Erachtens auch diesmal. Sobald die Anleger die Nachhaltigkeit der US-Erholung erneut in Frage stellen, eine Verschärfung der Schuldenkrise in Europa eintritt oder die Behörden der Schwellenländer auf den zunehmenden Inflationsdruck in dieser Region reagieren, könnte dies die derzit sehr positiv gestimmte Anlegerpsyche verändern.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Anlagestrategie des BL-Global Flexible EUR Anfang 2011 unverändert bleibt. Große Probleme makroökonomischer Natur und überbewertete Börsen einerseits sowie extrem niedrige Zinsen und (an den Börsen) attraktiv bewertete Qualitätsaktien mit in vielen Fällen interessanten Dividenden andererseits bestimmen das makroökonomische Gesamtbild. Dieses Umfeld spricht ungeachtet der momentanen Situation ingesamt weiterhin für eine Long/Short-Strategie, bei der Qualitätsaktien gekauft und das Aktienrisiko über Short-Positionen auf Indizes abgesichert werden . Aus regionaler Sicht sind Schwellenländer aufgrund des Wachstumsgefälles und der wesentlich besseren Fundamentaldaten vorzuziehen. Deshalb favorisieren wir weiterhin die asiatischen Märkte. Außerdem nutzen wir nun auch den Anstieg bei den Langfristzinsen, um die Anleihe-Gewichtung innerhalb des Portfolios wieder auszubauen.

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Guy Wagner ist Chief Economist der Banque de Luxembourg.

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