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BL-Global Flexible: Investment in Goldminen

Montag 26 September 2011 | 0 Kommentare | Kategorie: Fondsmanagement

Wir investieren 2% der Aktiva des BL-Global Flexible in Goldminengesellschaften, wobei dieser Anteil schrittweise auf 5% ausgebaut werden soll.

In der Vergangenheit habe ich wiederholt darauf verwiesen, dass der Kauf von Gold keine Investition, sondern eine Spekulation darstellt. Dahinter verbirgt sich die Tatsache, dass Gold keinen inneren Wert hat und sich folglich auch nicht bewerten lässt. Der innere Wert einer Aktie kann hingegen auf Basis der Aktiva des Unternehmens, der Eigenmittel, der derzeitigen bzw. künftigen Gewinne und Dividenden usw. ermittelt werden.

Weshalb investieren wir dann in Goldminen? Schließlich dürfte es unmöglich sein, ein Unternehmen zu bewerten, dessen Produkte nicht bewertbar sind.

Zunächst kann eine Spekulation durchaus Sinn machen, wenn man sich der Tatsache bewusst ist, dass es sich um eine solche handelt. Für einen Anstieg des Goldkurses müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein beunruhigendes Wirtschaftsumfeld das dazu führt, dass Anleger nach Fluchtwährungen suchen, und
  • die Überzeugung der Anleger, dass Gold eine solche Fluchtwährung darstellt.

Beide Voraussetzungen scheinen derzeit erfüllt.

Geht man davon aus, dass der Goldkurs zumindest auf dem aktuellen Niveau verharren wird (~1.800 USD/Unze), lässt sich eine Anlage in Goldminen als rationale Spekulation durchaus vertreten. Die Gold-Kursbewegungen werden von den Goldminengesellschaften in der Regel sowohl nach oben als auch nach unten überproportional abgebildet. Dieses Mal trifft dies indes nicht zu – Goldminen sind deutlich zurückgeblieben. Dies zeigt auch die nachstehende Grafik (Goldminen-Index dividiert durch Goldkurs). Bei einem sinkenden Quotienten verzeichnen die Minen eine Underperformance gegenüber dem Rohstoff, bei einem steigenden Quotienten eine Outperformance.

Der Gold-Quotient

Es gibt mehrere Gründe für die Underperformance der Goldminen gegenüber dem Rohstoff selbst:

  • Zweifel an der Nachhaltigkeit des Goldanstiegs
  • Höhere Produktionskosten infolge der steigenden Energie- und Lohnkosten
  • der Goldpreisanstieg hat sich in den vergangenen Jahren bei vielen Goldminen oft nur enttäuschend in den Ergebnissen widergespiegelt
  • Zweifel bezüglich des Free Cash Flow (in der Vergangenheit erwiesen sich die Goldminen wiederholt als wenig diszipliniert und investierten in teure Akquisitionen außerhalb ihres Kernbereichs)
  • verschiedentlich angekündigte Erhöhungen der Investitionsausgaben und Zweifel an der künftigen Rentabilität dieser Investitionen
  • Zunahme von Wertpapieren (Index Tracker, Indexfonds), die den Goldkurs direkt abbilden.

Entsprechend ist die Bewertung der Goldminen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Ihre aktuellen Kurse reflektieren nach Meinung vieler Marktbeobachter einen Goldpreis von ca. 1.300 USD/Unze. Einem spekulationsbereiten Anleger böte sich damit auf Basis des aktuellen Kurses eine Sicherheitsmarge von rund 25%.

Hinzu kommt die vielversprechende Kursentwicklung bei Goldminenaktien seit Mitte August. Seit diesem Zeitpunkt haben sie sich offenbar vom allgemeinen Markttrend gelöst und ziehen stärker mit der Goldpreisentwicklung mit.

Mit Blick auf Einzelwerte lassen sich grundsätzlich die etablierten Produzenten („Tier 1“-Produzenten), das Zwischensegment („Tier 2“) und die Junior-Unternehmen („Tier 3“) unterscheiden. Als Anlageobjekt sind Junior-Produzenten zweifelsohne die riskanteste Kategorie. Mit dem Tracker Market Vectors Junior Gold Miners (börsennotierter Indexfonds) besteht jedoch die Möglichkeit einer diversifizierten Anlage im „Tier 3“-Bereich.

Im Segment der etablierten und mittleren Produzenten kann anhand der Produktionskosten, der aktuellen und künftigen Reserven sowie der Bewertung differenziert werden. Wir haben folgende Gesellschaften gekauft: Goldcorp, Gold Fields, African Barrick Gold und Newmont Mining. Newmont Mining zeichnet sich durch eine besondere Ausschüttungspolitik aus: Die Dividende ist direkt an den Goldkurs gebunden. Mit dem Market Vectors Gold Miners gibt es übrigens auch einen Tracker für die 30 größten Goldminengesellschaften.

 

 

 

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Guy Wagner ist Chief Economist der Banque de Luxembourg.

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