Der Kursverfall der Aktienmärkte seit November 2007 hat die Aktienbewertungen auf ein Niveau gebracht, auf dem Aktien für langfristig orientierte Anleger mittlerweile wieder attraktiv sind – und dies, obwohl alle Anzeichen dafür sprechen, dass die Weltwirtschaft 2009 in eine schwere Rezession abgleiten wird.
Auf Basis normalisierter Unternehmensgewinne und einer Bewertung (Kurs-Gewinn Verhältnis), die dem langfristigen Durchschnitt entspricht, kann man vom heutigen Kursniveau ausgehend mit einer langfristigen Rendite von 8% real pro Jahr rechnen. Infolge der aktuellen Unsicherheiten auf wirtschaftlicher und finanzieller Ebene ist kurzfristig weiterhin mit einer hohen Volatilität an den Börsen zu rechnen, in deren Fahrwasser auch ein weiterer Kursrutsch nicht auszuschließen ist. Andererseits steigt die mittel- und langfristig zu erwartende Aktienrendite mit jedem weiteren Rückgang der Aktienkurve.
Die vorangegangenen Aussagen basieren auf folgenden Annahmen: Nach Normalisierung der Gewinnmargen der Unternehmen (die 2007 historische Höchststände erreichten) ergibt sich für die Werte des Standard & Poor's 500 ein geschätzter durchschnittlicher Gewinn pro Aktie von 64 USD im Jahr 2008. In den zurückliegenden 80 Jahren zahlten Anleger im Schnitt den 15-fachen Gewinn. Multipliziert man diesen Mittelwert (15) mit dem normalisierten Gewinn von 64 USD, ergibt sich für den S&P 500 ein Stand von 960. Dieses Niveau kann man als ‘Fair Value‘ des S&P 500 bezeichnen. Von diesem Niveau aus dürfte der Markt langfristig eine reale Rendite von 6,5% p.a. bieten (historischer Durchschnitt). Unterhalb der 960er-Marke liegt die zu erwartende Rendite über 6,5%, oberhalb davon darunter.
Ausgehend von 960 würde der S&P 500 bei einer Rendite von 6,5% in zehn Jahren 1.800 Punkte erreichen. Bezogen auf den aktuellen Stand von 820 ergibt sich die oben erwähnte Rendite von real 8%.
Das hier dargestellte Rechenmodell basiert ausdrücklich auf einer langfristigen Sicht. Hiervon ausgehend lassen sich mehr oder weniger optimistische bzw. pessimistische Kurzfristszenarien entwerfen. Beispielsweise ließe sich argumentieren, dass der S&P 500 mit einem Abschlag von mindestens 30% auf seinen Fair Value gehandelt werden muss, um Anleger in der aktuellen Wirtschaftslage von Aktieninvestments zu überzeugen. Der daraus resultierende Zählerstand von 670 Punkten läge 20% unter dem heutigen Niveau. Im Folgenden werden mehrere Szenarien vorgestellt.
Wenn man die zwei Extremszenarien ausschließt und unter Berücksichtigung der derzeit sehr ungewissen wirtschaftlichen Perspektiven ergibt sich eine Spannbreite von 600-1000 für den Standard&Poor’s Index für das kommende Jahr. Dies führt zu einer Investmentstrategie bei der unter 800 Aktienpositionen schrittweise aufgebaut, beziehungsweise erhöht, werden sollten, sowohl im amerikanischen wie auch in den asiatischen und europäischen Märkten.



2010
gliglit sagte:
bonjour Monsieur Wagner,... "Auf Basis normalisierter Unternehmensgewinne und einer Bewertung (Kurs-Gewinn Verhältnis), die dem langfristigen Durchschnitt entspricht,"....
quelle est cette définition ? = selon Schiller ?
et
ne pensez-vous pas que les cours vont encore fortement chuter avant de trouver leur bottom, à cause des fondamentaux économiques ( cercle infernal endettement,. chômage, consommation) qui vont encore drôlement se détériorer ?
bonne année tout de m^me !
tg
31 Dezember 2008 - 03:43 PM
Guy Wagner sagte:
1. L'idée était de dire que si on normalise les marges bénéficiaires (et donc les bénéfices) des entreprises (qui étaient anormalement élevées ces dernières années)et applique ensuite un multiple de 15 aux bénéfices ainsi obtenus (multiple qui correspond au P/E moyen sur le long terme), on arrivera à une 'fair value' du S&P500 d'environ 960. En utilisant le Shiller P/E, on arriverait en gros à la même conclusion.2. Je pense effectivement que les cours boursiers pourraient rechuter à cause de la situation économique. C'est pourquoi la fourchette que je propose dans mon article pour le S&P500 suggère plutôt un niveau en-dessous de 800 (donc quelque 20% plus bas que cette 'fair value') comme zone d'achat et la 'fair value' comme zone de vente.
Bonne année également.
08 Januar 2009 - 10:11 AM